Papst vergrault
Auch wenn das mittlerweile alte Nachrichten sind, wollte ich hier kurz den kürzlichen Proteststurm an der römischen Universität “La Sapienza” erwähnen, angelehnt an Dorigos Berichterstattung in seinem Blog.
Der Papst Ratzinger war zur Eröffnung des akademischen Jahrs eingeladen, sollte eine Rede an der Universität halten. Ein emeritierter Physik-Professor startete mit einem offenen Brief den Protest gegen diese Einladung, dem sich 67 weitere Professoren anschlossen. Sie schrieben (Übersetzung von mir):
„Am 15. März 1990 hat Joseph Ratzinger, noch als Kardinal, in einer Rede in der Stadt Parma einen Satz von Feyerabend aufgenommen: ‘Im Zeitalter Galileos war die Kirche der Vernunft treuer als Galileo selbst. Die Verhandlung gegen Galileo war vernünftig und gerecht.’ Dies sind Worte, die uns als Wissenschaftler, die der Vernunft treu sind, und als Professoren, die ihr Leben der Vergrößerung und Verbreitung von Wissen gewidmet haben, beleidigen und kränken. Im Namen der Laizität der Wissenschaft und Kultur und im Sinne unseres Instituts, das offen für Professoren und Studenten aller Religionen und Ideologien ist, hoffen wir, dass diese unpassende Veranstaltung noch abgesagt werden kann.“
Diese Aussage erscheint auf den ersten Blick widersprüchich. Die Wissenschaftler rühmen sich damit, offen für alle Ideologien zu sein – wollen dann aber den Papst nicht hören, der ja letztendlich auch nur eine Ideologie vertritt.
Allerdings muss man den Kontext betrachten. Weiterlesen »
Nanofarben zur Werbung
Nicht nur die bunten Werbeplakate in Großstädten verwenden Werbung, um Aufmerksamkeit zu erregen. Diese Methode hat die Natur schon lange vor dem Menschen erfunden – wie so vieles andere auch.
Einige der schönsten Farben der Natur tragen die Schmetterlinge. Sie erregen damit die Aufmerksamkeit ihrer Artgenossen und erkennen andere Mitglieder ihrer Spezies.
Wie allerdings diese brillianten Farben entstehen, war lange unbekannt. Einen Schritt zum Verständnis hat ein Doktorand der Uni Groningen getan: Der Physiker hat die Pigmente in den Flügeln von Kohlweißlingen (siehe Foto) untersucht. Er fand heraus, dass die Schuppen auf den Flügeln aus zwei Lagen bestehen, von denen die untere völlig glatt ist. Die obere besteht aus mehreren nanometer-großen parallelen Erhöhungen, die das Licht streuen, das auf sie trifft. Außerdem gibt es noch Pigmente, die Licht absorbieren können. Zusammen ergibt beides die brillanten Schmetterlingsfarben.
Jetzt wird erwartet, dass mittels dieser Technologie auch neue Farben entwickelt werden können – jedenfalls neu für die Menschen, die Natur war uns wieder einmal voraus.
Bild: Kohlweißling von S. Sepp; Quelle: University of Groningen. „Pigmentation In Some Butterfly Wings Created By Nanostructures.“ ScienceDaily 17 January 2008.


