DissBlog

Gedanken einer Doktorandin

Hubble-Rettungsmission geplant

Hubble Deep Field

Das Bild (Credit: R. Williams (STScI), the Hubble Deep Field Team and NASA) zeigt mein absolutes Lieblingsbild von dem Hubble Space Telescope, das sogenannte „Deep Field“, das 1995 aufgenommen wurde. Dafür wurde das Teleskop auf einen Bereich des Weltraums gerichtet, in dem ohne Hubble Teleskop nur einige Sterne unserer Milchstraße zu sehen waren und sonst nichts.

Was dann sichtbar wurde, sieht man oben – Galaxien über Galaxien, insgesamt mehr als 3000.

Wenn man sich das anschaut, kommt ein klein wenig die Ahnung auf, wie unglaublich groß unser Universum ist. Ich meine, ich kann mir ja schon die Größe allein der Erde nicht vorstellen, geschweige denn die Größe unserer Sonne, die nochmal den 110fachen Durchmesser hat.

Unsere Galaxie beinhaltet mehr als 100 Milliarden Sterne. Unglaublich, oder? Schon mit normalen Teleskopen sieht man ja noch eine Menge anderer Milchstraßen, ebenso groß wie unsere eigene.

So, und jetzt guckt man mal dahin, wo „Nichts“ ist – und findet noch mehr Galaxien…

Viele der Galaxien in dem Bild sind 12 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt. 12 Milliarden, man erinnerte sich an mein Post vor einigen Tagen über den Baby-Planeten… das Licht von diesen Galaxien hat sich auf den Weg gemacht, als es noch nicht einmal unser Sonnensystem gab, und erst nachdem die Photonen 2/3 des Weges zurückgelegt hatten, sollte die Staubscheibe unseres Sonnensystems sich zu Planeten und der Sonne formen…

Solche Dinge lassen mir einen Schauer über den Rücken laufen. Unser kleiner blauer Punkt im Weltall erscheint plötzlich noch viel kleiner, viel unwichtiger…

Das Hubble Teleskop hat noch viele andere, wunderschöne, faszinierende, gleichzeitig zum Träumen anregende und neugierig machende Bilder gemacht (eine wunderschöne Galerie findet man übrigens hier), die auch noch wissenschaftlich hochinteressant waren.

Allerdings sah es lange so aus, als würde das Leben dieses Instruments bald auf sein Ende zugehen. Immer mehr der Gyroskope, die zur Stabilisation des Teleskops benötigt werden, fielen aus, und die Batterie wurde ebenfalls schwächer. Es wurde eine Shuttle-Mission zur Wartung geplant, die dann aus Sicherheitsgründen nach dem Absturz des Space Shuttles Columbia abgesagt wurde. Verständlicherweise, Menschenleben sind auch die tollsten Bilder nicht wert.

Nachdem das Shuttle nun wieder fliegt, ist die Mission auch wieder geplant – für August nach dem letzten Stand. Am 8.1. hat die NASA auf einer Pressekonferenz die Details dieser Mission mitgeteilt. Es wird eine sehr schwierige Mission mit fünf Weltraumspaziergängen, aber das Hubble Teleskop wird dann bis mindestens 2013 funktionstüchtig sein, und es sollen sogar neue Instrumente eingebaut werden.

Ob der Start im August allerdings haltbar ist, ist zweifelhaft. Vorher sollen immerhin noch das europäische Columbus-Modul und ein japanisches Weltraumlabor zur ISS gebracht werden, was drei Shuttleflüge benötigt. Ich drücke der NASA die Daumen.

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10. Januar 2008 - Posted by | Astronomie, Raumflug | , ,

1 Kommentar »

  1. […] haben Forscher an der Universität von Californien mit dem Hubble-Teleskop sogar einen doppelten Einstein-Ring gefunden (siehe Bild), ein Phänomen, das noch nie vorher […]

    Pingback von Das doppelte Ringchen « DissBlog | 13. Januar 2008 | Antwort


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