DissBlog

Gedanken einer Doktorandin

Die Klimaerwärmung in den Ozeanen versenken?

Dass Kohlendioxid in der Erdatmosphäre die Erde erwärmt, geben mittlerweile auch immer mehr und mehr Amerikaner zu. Nun wären Amerikaner wohl keine Amerikaner, wenn sie nicht versuchen würden, so ein Problem mit Hilfe von Technik zu lösen und dabei auch noch Profit zu machen.

Schon vor Jahren wurden Studien dazu durchgeführt, Kohlendioxid mithilfe von Algen im Meer zu binden. Die Idee ist die folgende: Man kippt Eisen in das Wasser, was zu einem vermehrten Wachstum von Phytoplankton – dem pflanzlichen Anteil des Planktons – und auch Bakterien führt. Beim Wachsen nehmen diese Organismen Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf, sinken dann auf den Meeresgrund und lagern so das schädliche Treibstoffgas in den Meeren.

Die Pläne waren sogar schon so weit, dass vorgeschlagen wurde, dass Länder mithilfe dieser Technologie zusätzliche Emissionsrechte kaufen könnten.

Nun ist ein neuer Artikel erschienen, der warnende Töne anschlägt. Für eine Anrechnung auf die Emissionsrechte sei es noch deutlich zu früh, erst müsse die Wirksamkeit dieser Methode genau dokumentiert werden. Denn bisher ist noch gar nicht sicher, ob die Algen tatsächlich auf den Meeresgrund sinken und so aus dem Kreislauf entfernt werden, oder ob sie z.B. von Tieren im Meer gefressen werden und so über kurz oder lang wieder in die Atmosphäre gelanden.

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13. Januar 2008 Posted by | Biologie, Klima | , , | 1 Kommentar

Das doppelte Ringchen

Astronomen finden im Weltall häufig seltsame Strukturen – leuchtende Nebel, die wie Pferdeköpfe aussehen, ganze Galaxien, die Materiestrahlen ausspucken, explodierende Sterne – aber eine der für mich seltsamsten Beobachtungen sind sogenannte „Einstein-Ringe“.

Dabei sieht man das Licht von weiter hinten liegenden Sternen oder ganzen Galaxien entweder als kompletten Ring oder auch als vielfache Spiegelbilder auf einem Ring liegend. Die Ursache ist ein sehr schweres Objekt zwischen den Ausgangssternen und uns, das das Licht mit seiner Masse ablenkt – übrigens ein Effekt, der Einsteins Relativitätstheorie bestätigt.

Doppelter Einstein-Ring - NASA, ESA, and R. Gavazzi and T. Treu (University of California, Santa Barbara), and the SLACS team

Nun haben Forscher an der Universität von Californien mit dem Hubble-Teleskop sogar einen doppelten Einstein-Ring gefunden (siehe Bild), ein Phänomen, das noch nie vorher beobachtet wurde. Dieses Bild ist durch einen Zufall möglich geworden: es befanden sich nicht nur eine Galaxie auf dem Weg des Lichts, sondern gleich zwei! Einer der Entdecker, Tommaso Treu, verglich diese Entdeckung mit dem Gewinn eines Jackpots, so klein ist die Wahrscheinlichkeit dafür.

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13. Januar 2008 Posted by | Astronomie, Physik, Wissenschaft | , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Schreibwerkstatt

Stifte - Credit: .janneok., under the GNU LicenceNach zwei spannenden Tagen im Labor habe ich gestern und heute einen Kurs über die Wirkung von Texten besucht. Sehr interessant, wie ich fand.

Der Kursleiter war an einer Studie beteiligt, bei der die Teilnehmer die Stellen einer Zeitung marktiert haben, bei denen sie einen Artikel nicht mehr weitergelesen haben. Somit konnte man sehr genau bestimmen, welche Kriterien zu Leseabbruch führen.

Dinge, die sich positiv darauf auswirken, ob ein Text überhaupt oder mehr als der erste Abschnitt eines Texts gelesen wird, sind Fotos, ein interessanter erster Abschnitt (soso 😉 ), viele mögliche Visualisierungen, gute Überschriften. Quotenkiller sind zum Beispiel schlechte Zitate, statische Texte und zu viele Nominalisierungen.

Mal sehen, ob ich etwas von dem Gelernten hier oder auch beim Schreiben von wissenschaftlichen Texten für meine Dissertation umsetzen kann.

13. Januar 2008 Posted by | Öffentlichkeit, Dissertation | , , , | 1 Kommentar