DissBlog

Gedanken einer Doktorandin

Schlaflos im Handylabor

Dass Handystrahlung negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit habe, wird ja immer wieder von Studien belegt oder widerlegt, je nach Laune der Probanden, wie es scheint. Unter anderem die SZ berichtet heute auf http://www.sueddeusche.de, dass eine neue Studie ergeben hat, dass Handystrahlung Schlafstörungen verursacht.

Dabei wurden den Versuchspersonen ein Sender etwa 10 cm vom Ohr entfernt fixiert. Werder sie noch die Betreuer wussten, wann der Sender eingeschaltet war.

„Aus dem kurzen Text lassen sich zwei Paare von Zahlen extrahieren. Die 71 Versuchspersonen verbrachten ohne Bestrahlung 45 Minuten und mit Bestrahlung 37 Minuten pro Nacht im Tiefschlaf. Sie brauchten bei abgeschaltetem Sender im Mittel 16 Minuten zum Einschlafen, und 22 Minuten, wenn er lief.“

Handy - von freephoto.comAllerdings war die Streuung der Daten wohl so groß, dass „erst ein weiterer statistischer Test zeigte, ‚dass die Unterschiede zwischen den Abenden mit und ohne Bestrahlung signifikant sind‘, sagt die Mitautorin Lena Hillert vom Karolinska-Institut in Stockholm.“

Natürlich lohnen sich weitere Studien in dieser Richtung, insbesondere natürlich auch eventuelle Krebsrisiken betreffend, ein Problem, dass meiner Meinung nach viel gewichtiger ist als Einschlafstörung.

Allerdings sollte man mit der Publikation und Interpretation solcher Studien vorsichtig sein, die Missbrauchsmöglichkeiten sind in beide Richtungen groß. Die großen Mobilfunkunernehmen wollen einerseits beweisen, dass Handys vollkommen unschädlich sind, andererseits gibt es auch viele Geschäftemacher mit der Angst, wie schon ein einfaches Googlen nach „Handystrahlung“ erweist.

Es werden die witzigsten Dinge angeboten: z.B. der „Telefon-Transformer von memon„, der „schädliche Informationswellen auf Resonanzbasis“ löscht (was auch immer das bedeuten mag *g*). Interessant, dass nur die schädlichen Wellen gelöscht werden und nicht auch die, die die Informationen des Telefongesprächs übertragen. Und die Angst vor Strahlung endet ja nicht bei Handys, es gibt z.B. auch den „optimalen Schutz gegen Erdstrahlen“, der Fantasie scheinen keine Grenzen geboten…

Bild: FreeFoto.com

Advertisements

21. Januar 2008 - Posted by | Öffentlichkeit, Physik, Wissenschaft | , , , ,

1 Kommentar »

  1. *Allerdings war die Streuung der Daten wohl so groß, dass “erst ein weiterer statistischer Test zeigte, ‘dass die Unterschiede zwischen den Abenden mit und ohne Bestrahlung signifikant sind’, sagt die Mitautorin Lena Hillert vom Karolinska-Institut in Stockholm.”*

    Sprich, sie haben so lange gerechnet, bis irgendwas rausgekommen ist.
    Willkommen beim fröhlichen Hausnummernschießen…

    Kommentar von Fischer | 23. Januar 2008 | Antwort


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: