DissBlog

Gedanken einer Doktorandin

Ein Platz auf Columbus gebucht

Das europäische Weltraumlabor ist bekanntlich vor kurzem endlich bei der Internationalen Raumstation angekommen und kann in Betrieb gehen.

Im Moment befinden sich fünf Telefonhäuschen-große Racks an Bord. Im Biolab werden Mikrooraganismen und kleine Pflanzen und Insekten untersucht, im European Physiology Modules der Effekt vom Weltraumflug auf den Menschen und im Fluid Science Laboratory Flüssigkeiten in der Schwerelosigkeit. Zusätzlich stehen noch das European Drawer Rack und der European Transport Carrier zur Verfügung, in das später noch andere Experimente eingebaut werden können, bzw. einfach als Lagerplatz.

Für die Zukunft sind aber auch noch andere Experimente geplant. EinsM. Kretschmer, MPE, das eventuell seinen Platz auf Columbus finden könnte, ist ein Experiment des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik: PK-4. Dabei handelt es sich um ein Plasma: ein Gas, das so energiereich ist, dass ein Teil seiner Atome ionisiert ist. So ähnlich wie bei einer Neonröhre. Das sieht man sehr schön beim Bild rechts: das zeigt die Röhre des PK-4 Experiments im Labor. Die Streifen (Striationen) sind eigentlich nicht gewollt, in dem Fall stammen sie von einem verunreinigten Gas.

In dieses Gas (das hoffentlich normalerweise schön rein ist 😉 )werden kleine Teilchen geworfen, die sich aufladen und dann miteinander wechselwirken. Wenn man sie mit einem Laser beleuchtet, kann man jedes einzelne der Teilchen mit einer Kamera beobachten und direkt deren Bewegung untersuchen.

Bild: M. Kretschmer, MPE

Bei PK-4 ist das Spannende, die Teilchen beim Strömen zu beobachten. Dabei kann man zum Beispiel untersuchen, wie sich Turbulenz ausbildet und wie Teilchen durch ein kleines Ventil strömen. Bei den üblichen Systemen kann man solches Verhalten natürlich nicht so genau untersuchen, wer könnte z.B schon jedes Wasser-Molekül beim Strömen verfolgen?

Auf der Erde kann man schon viele schöne Experimente mit diesem System machen, aber die Gravitation stört dabei erheblich und erlaubt nur kleine, ungleichmäßige Teilchenwolken. In der Schwerelosigkeit dahingegen kann man auch die kleineren, eigentlich interessanten Kräfte schön untersuchen.

PK-4 ist in der Planungsphase, in den nächsten Jahren irgendwann soll es dann auf die ISS geschossen werden, vielleicht auch auf Columbus.

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15. Februar 2008 - Posted by | Physik, Raumflug | , , , ,

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