DissBlog

Gedanken einer Doktorandin

Laborgeschichten: Reproduzierbarkeit

Meine Woche im Labor geht weiter… Die Software benimmt sich mittlerweile (obwohl wir die halbwegs verlorenen Daten noch immer nicht wieder vollständig wiederherstellen konnten). Ich habe am Anfang der Woche einige schöne Daten aufgenommen, gleich als Bilder exportiert und gesichert. Das war also erfolgreich. 🙂

Am nächsten Tag habe ich mit einer anderen Person ein „Basisexperiment“, wie er es nannte, gemacht, d.h. einfach mal etwas ausprobiert (unseren RF-Generator zu pulsen und zu schauen, was passiert). Und gestern wollte ich dann weiter an dem Thema von Montag machen – und derselben Effekt ist bei denselben Bedingungen nicht wieder aufgetreten. Das ist natürlich überhaupt nicht gut, Effekte müssen reproduzierbar sein, sonst weiß man ja nicht, was genau sie verursacht hat.

Morgen werde ich – nachdem ich den Vormittag mit einigen Studenten verbringen werde, die einen Praktikumsversuch für die Uni machen – dann nachmittags nochmal schauen, vielleicht habe ich gestern ja etwas übersehen. Ansonsten werde ich die Kammer belüften, öffnen und vernünftig putzen.

Bei dem Basisexperiment sind nämlich viele unserer Mikroteilchen einfach auf den Boden oder an die Fenster gefallen und dort kleben geblieben, die könnten also stören. Leckgetestet habe ich eigentlich erst letzte Woche, daran sollte es nicht liegen. Hoffen wir, dass nächste Woche dann wieder alles so funktioniert wie in den Originalversuchen.

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1. Mai 2008 - Posted by | Dissertation, Labor-Geschichten, Physik | , ,

3 Kommentare »

  1. Deine Laborgeschichten stimmen nachdenklich. Wie mühsam der Weg des Forschens sein kann, ist uns „Nichtforschern“ und manchmal auch recht großzügigen Kritikern von „mageren“ Forschungsergebnissen, oft nicht bewusst….

    Gibt es eigentlich dann auch noch den „Druck“ etwas „herausbringen“ zu müssen? Oder darf man dann auch berichten, dass Versuche keine weiteren Fortschritte gebracht hätten?

    Wenn ich hier ein „Wunschkonzert“ anmelden dürfte, dann wäre das das Thema um den mühsamen Weg des Forschens und wieviel psychischen „Druck“ ein Forscher Deines Genres aushalten muss.(natürlich nur sofern dies noch innerhalb Deines Diss-Zeitbudget möglich ist ;-))

    Kommentar von Monika | 8. Mai 2008 | Antwort

  2. Monika, danke für die netten Worte. Das hört sich ehrlich gesagt alles schlimmer an als es wirklich ist. Natürlich muss man Durchhaltevermögen haben und manchmal langfristig nach Fehlern suchen. Für mich ist es das dann aber alles wert, wenn man etwas wirklich Neues entdeckt.

    Allerdings stimmt es schon, dass es einen gewissen Druck gibt, etwas zu publizieren. Niemand wird einen Artikel veröffentlichen, in dem nur steht, dass die letzten Versuche alle keine Ergebnisse gebracht haben. Aber für mich persönlich ist das nicht so schlimm, man muss halt weitermachen, irgendwann kommt schon etwas heraus.

    Danke auch für den Vorschlag zum Wunschkonzert. Ich werde mal gucken, ob ich dazu etwas zusammenschreiben kann. 🙂

    Kommentar von Dejah | 9. Mai 2008 | Antwort

  3. Trotzdem habe ich großen Respekt vor jenen stark forschungsorientierten Studiengängen 😉 Da hab ich doch leichtes Spiel..ich such mir zu einem Thema, was es alles an Forschungsergebnissen und Theorien passendes gibt, vermische das, beziehe es sinnvoll aufeinander und habe auf jeden Fall ein „Ergebnis“..wenn ich gründlich gearbeitet habe, sogar ein recht befriedigendes…

    Ich denke, in forschungsbetonten Studiengängen braucht „Mensch“ eine gute Frustrationstoleranz und es wird schwerer Anerkennung im Fachgebiet zu bekommen ? Gibt es denn die Möglichkeit aus „ergebnislosen“ Versuchen auch etwas zu lernen bzw. Rückschlüsse zu ziehen?

    Dann kommt mir noch ein Gedanke: „Nichtforscher“ wie ich, könnten durch die Berichte „ergebnisloser“ Versuche dafür sensibilisiert werden, wie das Wissenschaftlerleben unter diesen Bedingungen aussieht…..

    Gerade in der jüngeren Vergangenheit habe ich mich oft gefragt, ob ich den jungen ForscherInnen in den Neurowissenschaften Unrecht tue, wenn ich die bescheidenen Ergebnisse im Hinblick auf ihre päd.-psych. Verwertbarkeit indirekt irgendwie „zerpflücke“. Und weiter frage ich mich, ob gerade dieser Forschungsfrust die Herren Singer, Roth & Co. vielleicht zu etwas übertriebenen Äußerungen gegenüber der Öffentlichkeit bewegt haben könnte. Denn es gibt von ihnen durchaus gute und verwertbare Informationen…

    Kommentar von Monika | 10. Mai 2008 | Antwort


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