DissBlog

Gedanken einer Doktorandin

Mondfinsternis

Heute Nacht findet eine totale Mondfinsternis statt, leider in Mitteleuropa mitten in der Nacht, so dass man sich schon zwei Mal überlegt, ob man aufsteht, um sie anzuschauen. Die Totalität beginnt um 4.01 Uhr MEZ und endet um 4.51 Uhr MEZ.

Dabei verschwindet der Mond nicht einfach, sondern nimmt einen dunkelroten Farbton an. Das liegt an demselben Grund, aus dem der Himmel blau ist: Das blaue Licht wird von der Erdatmosphäre stärker gestreut als das rote, so dass nur der rote Rest beim Mond ankommt. Die Atmpsphäre der Erde würde vom Mond aus betrachtet in dem Moment also rot aussehen.

Hier gibt es ein schönes Bild, das diesen Vorgang erklärt:

Dieses Bild stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist TheWusa.

20. Februar 2008 Posted by | Astronomie, Physik | , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Götterbote in Farbe

Merkur

Der Götterbote in unserem Sonnensystem, Merkur, hat im Moment selbst Besuch von einem Boten von der Erde: Die Sonde Messenger ist zu einem ersten Vorbeiflug angekommen. Jetzt hat die John Hopkins Universität ein Farbbild des sonnennähsten Planeten herausgegeben. Dabei wurden die aufgenommenen infraroten, roten und violetten Bilder als Rot, Grün und Blau abgebildet. Das Bild sieht also etwas anders aus, als es auf einen Menschen an der Stelle der Sonde wirken würde. Aber auf alle Fälle sehr sehenswert, denke ich.

Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington; Quelle: Johns Hopkins University (2008, January 26). Mercury In Color. ScienceDaily. Retrieved January 26, 2008, from http://www.sciencedaily.com­ /releases/2008/01/080123085313.htm#

26. Januar 2008 Posted by | Astronomie, Raumflug | , , | Hinterlasse einen Kommentar

Marsmenschen!!!

Marsmensch
NASA / JPL / Cornell

Das Bild oben hat der Rover Spirit vor kurzem vom Mars zur Erde gefunkt. Und man sieht doch ganz eindeutig: das ist ein Mann!! Jedenfalls wenn man der Bild glaubt, die mal wieder von einer anderen Zeitung abgeschrieben und dabei ihre eigenen Fehler reininterpretiert hat (in diesem Fall wohl einfach die Ironie nicht verstanden).

Wenn man ein bisschen das Gehirn einschaltet oder auch nur recherchiert, bemerkt man, dass das Bild ein kleiner Ausschnitt aus einem Panorama-Bild von Anfang November ist, der Fels ist nur einige Zentimeter groß. Zudem werden die Bilder von den Rovern aus mehreren einfarbigen Bildern zusammengesetzt, wenn sich also etwas in dem Foto bewegt hätte, wäre es vollkommen verwackelt. Und wenn man genau hinguckt, könnte es ja doch nur ein Schatten sein…

Aber vielleicht hat sich der Marsmensch einfach nur nicht bewegt in der ganzen Zeit? Wer immer noch zweifelt oder auch einfach nur neugierig ist, findet hier genauere Erläuterungen und sogar ein 3d-Bild des fraglichen Felsens. Weiterlesen

24. Januar 2008 Posted by | Astronomie, Öffentlichkeit, Humor, Raumflug, Wissenschaft | , , , , | 3 Kommentare

Feuerwerk in der Milchstraße

Smith’s Cloud 2
Künstlerische Darstellung, NRAO / AUI / NSF
Eine große Wasserstoff-Wolke ist mit mehr als 240 km pro Sekunde auf Kollisionskurs mit der Milchstraße und wird mit dieser in weniger als 40 Millionen Jahren zusammenstoßen, wie amerikanische Astronomen herausgefunden haben.
Die sogenannte Smith’sche Wolke enthält genug Wasserstoff, um eine Millionen Sterne wie unsere Sonne daraus zu machen. Felix Lockman, der Leiter des Teams am National Radio Observatory, das diese Entdeckung machte, erklärte, dass es sich vermutlich um eine Gaswolke handelt, die noch von der Entstehung der Milchstraße übrig ist oder von einer Nachbargalaxie abgelöst wurde. Lockman spekulierte:
„Wenn sie [die Wolke] auftrifft, könnte sie einen gewaltigen Ausbruch von Sternenbildung verursachen. Viele dieser Sterne werde sehr massereich sein und schnell durch ihre Lebenszeit eilen und dann als Supernovae explodieren. Für mehrere Millionen Jahre wird es wie eine himmlische Neujahrsfeier aussehen, mit riesigen Feuerwerken in der Region der Galaxie.“

Zum Glück ist diese Gegend der Galaxie doch recht weit weg von uns (und den Nachfahren des heutigen Lebens auf der Erde… )

14. Januar 2008 Posted by | Astronomie, Wissenschaft | , , | Hinterlasse einen Kommentar

Das doppelte Ringchen

Astronomen finden im Weltall häufig seltsame Strukturen – leuchtende Nebel, die wie Pferdeköpfe aussehen, ganze Galaxien, die Materiestrahlen ausspucken, explodierende Sterne – aber eine der für mich seltsamsten Beobachtungen sind sogenannte „Einstein-Ringe“.

Dabei sieht man das Licht von weiter hinten liegenden Sternen oder ganzen Galaxien entweder als kompletten Ring oder auch als vielfache Spiegelbilder auf einem Ring liegend. Die Ursache ist ein sehr schweres Objekt zwischen den Ausgangssternen und uns, das das Licht mit seiner Masse ablenkt – übrigens ein Effekt, der Einsteins Relativitätstheorie bestätigt.

Doppelter Einstein-Ring - NASA, ESA, and R. Gavazzi and T. Treu (University of California, Santa Barbara), and the SLACS team

Nun haben Forscher an der Universität von Californien mit dem Hubble-Teleskop sogar einen doppelten Einstein-Ring gefunden (siehe Bild), ein Phänomen, das noch nie vorher beobachtet wurde. Dieses Bild ist durch einen Zufall möglich geworden: es befanden sich nicht nur eine Galaxie auf dem Weg des Lichts, sondern gleich zwei! Einer der Entdecker, Tommaso Treu, verglich diese Entdeckung mit dem Gewinn eines Jackpots, so klein ist die Wahrscheinlichkeit dafür.

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13. Januar 2008 Posted by | Astronomie, Physik, Wissenschaft | , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar