DissBlog

Gedanken einer Doktorandin

Large Hadron Collider

Ein weiteres Highlight des Jahrs 2008 ist die geplante Inbetriebsnahme des Large Hadron Colliders am Cern in Genf. In diesem Teilchenbeschleuniger werden Protonen auf gigantische Energien von 7 TeV beschleunigit – diese Energie entspricht einer Temperatur von 81 000 Billionen Grad! Ich hatte während meines Studiums die Möglichkeit, die riesigen Experimente im Aufbau selbst zu sehen, und war sehr beeindruckt von der schieren Größe, die nötig ist, um diese kleinsten Bauteile der Materie zu untersuchen.

Ich bin besonders gespannt darauf, ob das Higgs-Teilchen nachgewiesen werden kann, das theoretisch im Standardmodell der Teilchenphysik hervorgesagt wurde und das Entstehen von Masse erklären soll. Auch weitere, sogenannte supersymmetrische Teilchen könnten gefunden werden, was Auswirkungen auf die Dunkle Materie haben könnte… Alles Dinge, die brandaktuell und sehr spannend sind.

Die ersten Ergebnisse sind für dieses kommende Jahr geplant, geplant, aber noch alles andere als sicher, wie man auch an Dorigos Post von heute in seinem A Quantum Diaries Survivor sieht: „I wish 2008 will indeed be the starting year of LHC, and I wish I will be able to run an analysis job on real CMS DATA!, possibly without segmentation faults and core dumps…“

Da schließe ich mich an und drücke den Kollegen ganz fest die Daumen!

3. Januar 2008 Posted by | Physik | , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Jahr der Mathematik

Mit 2008 ist auch das Jahr der Mathematik angebrochen. Die Süddeutsche Zeitung honoriert dies in ihrer heutigen Ausgabe gleich damit, dass im Panorama diverse Zahlen des Jahres aufgezählt werden, nach dem Motto „1000.000.000 Computer werden im Jahr 2008 weltweit im Einsatz sein.“. Was das mit Mathematik gemein hat, außer dass in beiden Gebieten Zahlen vorkommen, ist mir nicht ganz klar… Nun ja.

Andererseits kommentiert der Wissenschaftsautor und Professor Fischer heute in seinem Blog das Jahr der Mathematik mit einem Artikel „keine Angst vor der Mathematik“. Er schreibt: „1 plus 3 ergibt zwar 3, aber bei der Gleichsetzung hat man auf der einen Seite einen Vorgang – das Zusammenzählen – und auf der anderen Seite ein festes Ding, die 3. In diesem Vorgehen (und ähnlichen Verfahren) steckt eine Menge an Widersprüchlichkeit, die uns aber keine Angst zu machen braucht, weil der Alltag genauso funktioniert.“ Selbst wenn man von dem offensichtlichen Fehler absieht, sind solche hochtheoretischen Abhandlungen wohl eher nicht geeignet, den Lesern die Angst vor der Mathematik zu nehmen. Was schon wieder eher für den Zugang der SZ sprechen würde…

Auf der offiziellen Webseite des Jahrs der Mathematik werden sogenannte „Mathemacher“ gesucht, die als Botschafter der Mathematik auftreten sollen. Es scheint mir, als sei das wirklich notwendig, wenn man die beiden oben genannten Beispiele anschaut.

Ich jedenfalls bin gespannt, was dieses Jahr noch alles an Mathematik auf uns zukommen wird – und hoffe, dass die Mathemacher einige ihrer spannenden Projekte gut rüberbringen können.

2. Januar 2008 Posted by | Öffentlichkeit, Mathematik, Wissenschaft | , , , | Hinterlasse einen Kommentar