DissBlog

Gedanken einer Doktorandin

Überleben im Weltraum

How long could you survive in the vacuum of space?

Ich könnte ohne Schutzanzug im Vakuum des Weltalls angeblich eine Minute und 5 Sekunden überleben, wie diese Webseite behauptet (gefunden beim GrrlScientist). Natürlich (und glücklicherweise) wäre ich nicht die ganze Zeit bei Bewusstsein, man wird anscheinend nach 10 – 15 Sekunden ohnmächtig, wenn der Sauerstoffgehalt im Gehirn zu weit abgefallen ist. Die Haut rettet einen vor einer Explosion, und man erfriert auch nicht sofort, da die Wärme nicht instantan vom Körper wegtransportiert wird.

Wie ein Besucher beim GrrlScientist berichtet, passierte bei der NASA einmal ein Unfall: eine Versuchsperson wurde in einer Vakuumkammer durch einen kaputten Schutzanzug einem Vakuum ausgesetzt. Er blieb für etwa 14 Sekunden bei Bewusstsein, was in etwas der Zeit entspricht, in der das Blut ohne Sauerstoff von der Lunge das Gehirn erreicht. Es wurde nach 15 Sekunden damit begonnen, die Kammer wieder zu belüften, und die Person hat bei dem Äquivalent einer Höhe von 4600 m das Bewusstsein wiedererlangt. Später hat er berichtet, dass seine letzte bewusste Erinnerung daran war, wie das Wasser auf seiner Zunge begann zu kochen. Na, wer will das mal freiwillig ausprobieren?

12. April 2008 Posted by | Humor, Raumflug | , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ein neues Zeitalter ist angebrochen

… und zwar im Jahr 1800 mit der industriellen Revolution. Das neue Zeitalter soll Anthropozän heißen, wie heise.de berichtet. Der Vorschlag dazu kommt von Wissenschaftler, die argumentieren, dass der Mensch seit der industriellen Revolution so starke Veränderungen an der Welt verursacht hat, dass die Einführung des neuen Erdzeitalters angemessen erscheint. Heise online schreibt:

„Die Menschen haben seit 1800 eine massive Zunahme der Erosion und der Entwässerung der Kontinente durch Landwirtschaft, Verbauung und Flussbegradigungen verursacht, was sich lithostratigrafisch niederschlage. Dazu kommt, dass der CO2-Gehalt in der Atmosphäre um ein Drittel höher als in vorindustriellen Zeiten liegt, der Methan-Gehalt hat sich verdoppelt. Nach Vorhersagen könnte sich langfristig eine Erwärmung wie im Tertiär ereignen.“

Vielleicht ist diese Schritt tatsächlich nötig und sinnvoll, so dass die durch den Menschen verursachten Veränderungen etwas mehr ins Bewusstsein rücken, ob im positiven oder negativen Sinn. Nur dann können diese im Moment ja nur unabsichtlich entstehenden Effekte vielleicht beeinflusst werden.

25. Januar 2008 Posted by | Geologie, Klima | , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Baby-Planet

Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrer Print-Ausgabe und auch auf der Homepage über einen Artikel aus der aktuellen Nature. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg haben erstmals einen jungen Planeten in einer Staubscheibe nachgewiesen – der erst vor 10 Millionen Jahren entstanden ist.

10 Millionen Jahre… das ist in der Geschichte der Erde rein gar nichts. Unser Sonnensystem ist etwa 4600 Millionen Jahre alt, allerdings nimmt man an, dass aus der Staubscheibe innerhalb von einigen 10 000 Jahren Planeten wurden, die dann von ihrem Entstehungsort weiter draußen in der Scheibe nach innen wandern.

Das Leben ist dann relativ schnell entstanden, man hat schon 3500 Millionen Jahren alte Spuren von primitivem Leben gefunden. (Man lasse sich diese Zahl mal auf der Zunge zergehen… Leben vor 3500 000 000 Jahren…)

Die Dinosaurier starben bekanntermaßen vor 65 Millionen Jahren aus, vor 20 Millionen Jahren lebten die ersten affenähnlichen Vorfahren der Menschen in Afrika. 20 Millionen Jahre… das gab es den jetzt entdeckten Planeten noch gar nicht.

Fossilien, die dem Menschen entsprechen, gibt es übrigens seit 160 000 Jahren. Das ist 1/10 des Alters des jetzt entdeckten Planeten, ein wahrer Baby-Planet.

Für diesen Namen ist er allerdings schon zu groß, es handelt sich um einen heißen Jupiter mit der 10fachen Masse seines Namensgebers. Ein weiteres Rätsel ist es, was den Fall dieses Planeten in seine Sonne aufgehalten hat. Die Planeten wandern nach den aktuellen Theorien ja von weiter außen in der Staubscheibe nach innen, doch irgendetwas stoppt sie – einen Hinweis könnte jetzt geben, dass das Wissenschaftler-Team gezeigt hat, dass der Baby-Planet sich gerade innerhalb eines Lochs in der Staubscheibe befindet. Es bleibt also spannend, und viele Fragen sind noch ungelöst.

5. Januar 2008 Posted by | Physik | , , , , | 3 Kommentare